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Kompatibilität · Anleitung

Geräte am CI-Bus und am CAN-Bus anbinden

Was das Gateway über CI-Bus und CAN-Bus versteht, wie weit die Anbindungen sind und worauf du beim Anschluss achten musst. Welche Geräte das konkret sind und wie weit jedes ist, steht in der Geräteliste. Gilt dort ein anderer Stand, hat die Liste recht.

Stand: September 2026 · In der Geräteliste: 69 Geräte am CI-Bus oder TIN-Anschluss, 9 Geräte am CAN-Bus.

CI-Bus und CAN-Bus kurz erklärt

Der CI-Bus

Der CI-Bus ist der Bus der Caravan-Industrie. Truma, Alde, Dometic, Thetford, Eberspächer, Thitronik und andere nutzen ihn, damit Heizung, Klimaanlage, Kühlschrank, Batterie oder Gaswarner im Aufbau miteinander sprechen. Technisch ist er LIN, ein einfacher Eindraht-Bus aus der Autoindustrie, und läuft mit 19200 Baud.

Am CI-Bus gibt es immer genau einen Master. Er gibt den Takt vor und fragt die anderen Geräte, die Slaves, der Reihe nach ab. In einer typischen Anlage mit OpenCamperCore ist das Gateway der Master.

Der CAN-Bus

CAN ist eine robuste Zweidrahtleitung aus dem Fahrzeugbau. CAN sagt nur etwas über die Leitung, nicht über die Sprache darauf. Im Wohnmobil begegnen dir vor allem diese:

SpracheWo sie vorkommtÜbliche Bitrate
Truma iNet Xzwischen iNet-X-Bedienteil und Truma-Geräten500 kBit/s
RV-Coffener Standard der amerikanischen Wohnmobilindustrie, vor allem in importierten Fahrzeugen und amerikanischer Aufbautechnik250 kBit/s
J1939Nutzfahrzeug- und Motortechnik, auch einige Energiesysteme250 kBit/s
MasterBusEnergiesysteme von Mastervolt250 kBit/s
Herstellereigene Formatezum Beispiel Wallas-Heizungenje nach Hersteller

Auf einem CAN-Strang läuft nur eine Bitrate. Passt sie nicht, kommt gar nichts an, und das Gateway kann den Strang zusätzlich stören.

Welches Gateway welche Anschlüsse hat

AnschlussGateway LiteGateway Nexus
CI-Bus / LIN2 Segmente3 Segmente mit festen Rollen
CAN1 Strang3 Stränge, jeder mit eigenem Abschlussschalter
Voreinstellung CI-Bus19200 Baud19200 Baud
Voreinstellung CAN500 kBit/s500 kBit/s

Ein Segment ist ein eigener Bus-Strang, und auf einem Segment läuft nur eine Baudrate. Geräte, die unterschiedlich schnell sprechen, gehören deshalb auf verschiedene Segmente.

Am Gateway Nexus gibt die Hardware die Rollen der drei CI-Bus-Segmente vor:

SegmentRolleWofür
LIN 1Master oder Slave, umschaltbarallgemeiner Anschluss
LIN 2immer MasterStrang, an dem das Gateway den Takt vorgibt
LIN 3immer SlaveStrang, an dem ein fremdes Gerät den Takt vorgibt und das Gateway nur mitliest

Steckerbelegung, Abschlusswiderstände und Montage stehen in der Installationsanleitung des jeweiligen Gateways.

Was die Reifegrade bedeuten

Für jedes Gerät braucht das Gateway einen eigenen Treiber, also die Software, die genau dieses Gerät versteht. Dass ein Gerät am CI-Bus hängt, heißt deshalb noch nicht, dass das Gateway es lesen oder bedienen kann. Die Geräteliste zeigt für jedes Gerät, wie weit sein Treiber ist:

ReifegradWas dahintersteckt
Voll unterstütztProtokoll gegen die Unterlagen des Herstellers geprüft, Treiber vorhanden
Beta-UnterstützungTreiber fertig und getestet, die Abnahme am echten Gerät steht noch aus
In EntwicklungGerät erfasst und dokumentiert, Treiber in Arbeit. Bedienen geht noch nicht.
GeplantDas Protokoll wird noch geklärt

„Voll unterstützt“ heißt: Der Treiber ist gegen die Unterlagen des Herstellers geprüft und getestet. Es heißt nicht automatisch, dass das Gerät schon in vielen Fahrzeugen im Alltag läuft. Im Fahrzeugeinsatz sind heute unter anderem die Truma Combi über das Bedienteil CP plus, die Truma-Klimaanlagen Aventa und Saphir, der Thetford-Kühlschrank N4000/T2000, die Alde-Heizungen der Compact-Reihe und das Truma-iNet-X-Bedienteil über CAN.

Was ein Gerät anzeigt und was sich bedienen lässt, hängt vom erkannten Modell ab. Ein Gerät ohne Elektroheizstab bekommt zum Beispiel keine Auswahl für Strom. Mit Geräten der Stufen „In Entwicklung“ und „Geplant“ solltest du noch nicht fest planen.

Welche Treiber welches Gateway mitbringt

Die Firmware des Gateway Lite hat nur Platz für einen Teil der CI-Bus-Treiber. Stand September 2026 sind das:

  • Alde Compact
  • Truma Combi mit Bedienteil CP plus
  • Truma Aventa und Saphir
  • Thetford N4000 / T2000
  • Dometic 10 Series, Kompressor und Absorber

Die Firmware des Gateway Nexus enthält alle vorhandenen CI-Bus-Treiber. Was jeder davon kann, zeigt sein Reifegrad.

Findet ein Gateway Lite ein anderes Gerät, zeigt es dieses zwar an, aber mit dem Hinweis, dass in dieser Firmware kein Treiber dafür steckt. Kläre deshalb vor dem Einbau mit uns, welche Geräte dein Fahrzeug hat und welches Gateway dazu passt. Der Konfigurator hilft dabei.

Ältere Truma-Anlagen: TIN-Anschluss

Ältere Truma-Anlagen haben am CP plus statt des CI-Bus nur den TIN-Anschluss, an dem früher die Truma iNet Box hing. Dort ist das CP plus selbst der Master und spricht mit 9600 Baud. Das Gateway kann an dieser Stelle die iNet Box nachbilden. Diese Anbindung ist voll unterstützt und im Feld in Betrieb. Eine Alde-Heizung über denselben Weg anzubinden, ist in Vorbereitung. Den aktuellen Stand je Gerät zeigt die Geräteliste.

Truma iNet X über CAN

Hat dein Fahrzeug ein Truma-iNet-X-Bedienteil, nimmt das Gateway am CAN-Bus den Platz des Truma iNet X Connect ein. Das ist das Mobilfunkmodul, das die Anlage sonst mit der Truma-Cloud verbindet. Danach liest das Gateway alles, was das Bedienteil kennt: je nach Anlage Combi-Heizung, Truma-Klimaanlage, Elektroblock, Tanks und Gasflaschen.

Das Bedienteil meldet selbst, welche Einstellungen die Anlage hat und welche Werte erlaubt sind. Du siehst deshalb genau die Auswahl, die dein Fahrzeug wirklich bietet.

ReifegradBeta-Unterstützung: fertig und getestet, Feldtest offen
Anzeigenalle Werte, die das Bedienteil meldet
BedienenHeizung, Warmwasser, Klimaanlage und Lüfter, sobald das Schreiben eingeschaltet ist (siehe unten)
Bitrate500 kBit/s, die Voreinstellung beider Gateways
Gateway Litebelegt den einzigen CAN-Anschluss, läuft nicht zusammen mit der direkten Victron-GX-Verbindung
Gateway Nexusläuft auf dem dritten CAN-Anschluss (CAN 3), die übrigen bleiben frei

Brauchst du iNet X und die direkte Victron-GX-Verbindung gleichzeitig, nimm das Gateway Nexus.

Einrichten

  1. 1

    Lösche am iNet-X-Bedienteil im Menü den angelernten iNet X Connect. Es kann immer nur ein Connect angemeldet sein. Solange das Original angelernt ist, bekommt das Gateway keinen Platz.

  2. 2

    Verbinde den CAN-Anschluss des Gateways mit dem CAN-Bus des Bedienteils. Am Gateway Nexus ist das CAN 3.

  3. 3

    Prüfe, ob die Bitrate auf 500 kBit/s steht. Das ist die Voreinstellung.

  4. 4

    Schalte in der Weboberfläche des Gateways im Bereich „iNet Connect“ die Verbindung ein.

  5. 5

    Starte das Gateway neu. Es liest jetzt mit.

  6. 6

    Soll die Anlage auch bedient werden, schalte im selben Bereich „Schreiben“ ein. Ab Werk ist das aus.

Weitere Geräte am CAN-Bus

Am CAN-Bus gibt es keine automatische Gerätesuche wie am CI-Bus. Welche CAN-Anbindung ein Gateway ausführt, wird in der Weboberfläche oder mit der Firmware festgelegt. Stand September 2026 starten die Gateways am CAN die Truma-iNet-X-Anbindung und, noch in Erprobung, die Anbindung von Wallas-Heizungen. Der Treiber für EcoFlow ist geprüft, wird von der Gateway-Firmware aber noch nicht am CAN gestartet.

Welche CAN-Geräte es sonst gibt und wie weit sie sind, zeigt die Geräteliste. Für alle CAN-Geräte außer Truma iNet X gilt: Frag uns vor dem Einbau.

Automatische Erkennung am CI-Bus

Was nach dem Einschalten passiert

Du musst nicht wissen, welches Gerät unter welcher Adresse am CI-Bus hängt. Das Gateway sucht selbst:

  1. Es fragt auf jedem Segment, auf dem es Master sein darf, nach bekannten Geräten.
  2. Jedes Gerät antwortet mit seiner Kennung: Hersteller, Produktfamilie und Variante.
  3. Das Gateway sucht zur Kennung den passenden Treiber und bindet das Gerät an.
  4. Hängen mehrere Geräte am selben Segment, bekommt jedes eine eigene Adresse.

Dabei probiert das Gateway beide Geschwindigkeiten, 19200 und 9600 Baud. Gefundene Geräte merkt es sich, auch über einen Neustart hinweg. Ein Gerät, das du später ansteckst oder das beim Start noch geschlafen hat, findet es beim nächsten Suchlauf. Der läuft etwa alle fünf Minuten.

Was du davon siehst

In der Weboberfläche des Gateways zeigt der Bereich „CI-Geräte“ jedes gefundene Gerät mit einem von drei Zuständen:

ZustandBedeutung
gebundenGerät erkannt, Treiber läuft
kein TreiberGerät erkannt, aber diese Firmware hat keinen Treiber dafür
unbekanntDie Kennung kennen wir noch nicht

Bei einer Truma-Anlage zeigt die Weboberfläche zusätzlich die Firmware des CP plus. Sie entscheidet unter anderem, ob die automatische Klimaregelung von Truma zur Verfügung steht. Dafür braucht das CP plus mindestens Firmware 4.00.00.

Ein Gerät, das seine Kennung nicht meldet, kannst du im selben Bereich von Hand zuordnen.

Was du einstellen musst

In den meisten Anlagen nichts. Zwei Einstellungen solltest du trotzdem kennen:

  • Rolle je Segment. Führt an einem Segment schon ein anderes Gerät den Bus, darf das Gateway dort nicht Master sein. Stelle das Segment in der Weboberfläche unter „Einstellungen“ auf Slave, dann sucht das Gateway dort nicht. Am Gateway Nexus legst du so einen Strang gleich an LIN 3.
  • Baudrate je Segment. Alle Segmente starten mit 19200 Baud. Änderungen an den Bus-Einstellungen wirken erst nach einem Neustart.

Typische Stolpersteine

Zwei Master am selben Strang
Am TIN-Anschluss des CP plus ist das CP plus der Master. Sucht das Gateway dort ebenfalls als Master, bricht die Verbindung zusammen. Stelle so ein Segment auf Slave.
Falsche Bitrate am CAN
Beide Gateways starten mit 500 kBit/s. Das passt zu Truma iNet X. RV-C, J1939 und MasterBus laufen mit 250 kBit/s. Stelle die Bitrate in der Weboberfläche um und starte danach neu.
Abschlusswiderstand
Ein CAN-Strang braucht an beiden Enden einen Abschlusswiderstand von 120 Ohm. Schalte den Widerstand am Gateway nur ein, wenn das Gateway ein Ende des Strangs ist.
Bedienteil fehlt
Die Truma Combi meldet sich über das CP plus am CI-Bus. Ohne CP plus findet das Gateway die Heizung nicht. Auch die Alde-Heizung wird über ihr Bedienteil angesprochen, es bleibt angeschlossen.
Eberspächer ohne Steuergerät
Eberspächer-Heizungen (Airtronic, Hydronic) sprechen erst über das CI-Bus-Steuergerät von Eberspächer am CI-Bus: ECU AS3 D2L 12V CI-BUS. Ohne dieses Teil findet das Gateway die Heizung nicht.
Warnung am Alde-Bedienteil
Zeigt das Alde-Bedienteil eine Warnung, etwa eine Legionellen-Erinnerung, kann das Ein- und Ausschalten aus der Ferne gesperrt sein. Die Warnung muss am Bedienteil mit OK bestätigt werden. Ihren Text gibt die Heizung nicht nach außen weiter.
Truma-Heizung und Truma-Klimaanlage gleichzeitig
Hängt die Klimaanlage am CP plus, lässt Truma Heizen und Kühlen nicht gleichzeitig zu. Läuft die Combi, nimmt die Klimaanlage keine Befehle an, nur das Ausschalten. Das Gateway sperrt diese Kombination und zeigt den Grund in der Weboberfläche an.
Bedienung am CP plus
Bedient jemand die Anlage direkt am CP plus, per Timer oder Fernbedienung, geht das CP plus in den Handbetrieb. Solange nimmt die Anlage keine Befehle über den CI-Bus an. Das Gateway zeigt den Handbetrieb an.
Fehler quittieren
Fehler der Combi und der Truma-Klimaanlage lassen sich nur am CP plus bestätigen, nicht über das Gateway.
Test ohne echtes Gerät
Das CP plus antwortet auch für eine Klimaanlage, die im Menü eingetragen, aber nicht angeschlossen ist. Ein erfolgreicher Test ohne echtes Gerät belegt deshalb nichts. Prüfe die Funktion am eingebauten Gerät.
Anzeigen geht, Bedienen nicht
Dann prüfe zuerst die Freischaltung. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Freischaltung je Gerät

Zum Bedienen eines Geräts braucht das Gateway eine Freischaltung für genau diesen Gerätetyp. Eine Alde-Heizung und eine Truma-Heizung sind zwei getrennte Freischaltungen, obwohl beides Heizungen sind. Auch eine kostenlose Freischaltung muss für dein Gateway ausgestellt sein.

Anzeigen ist immer frei. Temperaturen, Zustände und Fehler erscheinen auch ohne Freischaltung.

Fehlt die Freischaltung, lehnt das Gateway jeden Bedienbefehl für dieses Gerät ab und meldet das mit dem Hinweis „nicht lizenziert“ zurück. Nicht jede Oberfläche zeigt diesen Hinweis an. In Home Assistant oder im Victron-Portal sieht es dann so aus, als passiere einfach nichts.

Wir stellen die Freischaltung für dein Gateway aus und übertragen sie über das Internet. Ein Firmware-Update oder ein Werkstattbesuch ist dafür nicht nötig. Teste die Bedienung nach dem Einbau einmal über den Weg, den du im Alltag nimmst: App, Home Assistant oder Victron-Portal.

Wo du die Geräte danach siehst

Jedes angebundene Gerät erscheint mit den Werten und Bedienelementen, die sein Treiber anbietet:

  • OpenCamperCore-App: Übersicht und Bedienung der angebundenen Geräte. Mehr zur App.
  • Home Assistant: Trägst du in der Weboberfläche unter „MQTT“ deinen eigenen Broker ein, meldet das Gateway die Geräte dort an, und sie erscheinen in Home Assistant von selbst. Am Gateway Lite ist das im Einsatz, am Gateway Nexus in Vorbereitung.
  • Victron-Display und VRM-Portal: Wie die Geräte dort erscheinen und was sich von dort bedienen lässt, steht auf der Seite Geräte im Victron VRM.

Dein Gerät fehlt oder du bist unsicher, welches Gateway passt? Im Konfigurator kannst du dein Fahrzeug zusammenstellen, oder du schreibst uns.